10 vermeidbare Bewerbungsfehler

//10 vermeidbare Bewerbungsfehler

10 vermeidbare Bewerbungsfehler

Vie­le schrift­li­che Bewer­bun­gen ver­wen­den Mit­tel, die ent­we­der der Les­bar­keit des Dos­siers oder der eige­nen Glaub­wür­dig­keit scha­den. Bei­des sind aber Kri­te­ri­en an eine Bewer­bung, die erfüllt wer­den müs­sen, damit der Leser die vor­han­de­nen Kom­pe­ten­zen auf­neh­men und rich­tig ein­ord­nen kann.

Die hier ver­wen­de­ten Mit­tel wer­den oft bewusst ver­wen­det, weil die Ver­fas­ser glau­ben, einen Wett­be­werbs­vor­teil zu errei­chen. Dies ist aber mit­nich­ten der Fall. Wel­che die­se Bewer­bungs­feh­ler sind und wie sie sich ver­mei­den las­sen, wird im fol­gen­den Bei­trag beschrie­ben. Wenn Sie sys­te­ma­tisch ler­nen wol­len, wie Sie ihre Bewer­bung ver­bes­sern, so mel­den Sie sich doch zu einem unse­rer Bewer­bungs­se­mi­na­re an.

Eine Rei­he von Bewer­bun­gen sind des­halb zu lang, weil der Bewer­ber alles, was er kann und an beruf­li­chen Erfah­run­gen vor­zu­wei­sen hat, dar­stellt. Was aber nicht zur aktu­el­len Stel­le passt, ver­schlei­ert den Blick auf die wirk­lich wich­ti­gen Fak­ten. Daher soll­te immer eine sinn­vol­le Aus­wahl der Fak­ten getrof­fen wer­den. Bewer­bun­gen wer­den dann nicht län­ger als 4 bis maxi­mal 5 Sei­ten sein und sind so in ver­nünf­ti­ger Zeit les­bar.
Damit sind Fotos gemeint, die ent­we­der von einem nicht pro­fes­sio­nel­len Foto­gra­fen, z. B. zu Hau­se, her­ge­stellt wur­den oder Eigen­schaf­ten einer Per­son dar­stel­len, die nicht in den beruf­li­chen Kon­text pas­sen. Dazu gehö­ren weib­li­che Rei­ze, wie ein zu wei­ter Aus­schnitt, aber auch beton­te Männ­lich­keit. Sol­che Fotos sind mit­nich­ten erfolg­reich, denn sie set­zen sich dem Ver­dacht aus, dass hier man­geln­de Fähig­kei­ten durch ande­re Mit­tel über­spielt wer­den sol­len. Gute Bewer­bungs­fo­tos sind immer Stu­dio­fo­tos, die einen seriö­sen, freund­li­chen, ver­trau­ens­bil­den­den Ein­druck erwe­cken.
Sol­che aus­führ­li­chen Para­gra­phen han­deln von der Per­sön­lich­keit, der Aus­bil­dung oder sogar von der Kind­heit des Kan­di­da­ten. Sie sind in die­ser Län­ge und mit­un­ter auch the­ma­tisch nicht geeig­net für Bewer­bun­gen, denn der Stel­len­aus­schrei­ber will sich schnell einen Ein­druck von den Kom­pe­ten­zen des Bewer­bers ver­schaf­fen und dazu tau­gen sol­che aus­ge­schrie­be­nen Text­blö­cke nicht. Eine Bewer­bung ver­langt gut ver­ständ­li­che und dia­go­nal les­ba­re Halb­sät­ze, die struk­tu­rell so prä­sen­tiert wer­den, dass man sie in Null­kom­ma­nichts lesen und beur­tei­len kann.
Dies geschieht oft, indem der Bewer­ber Berufs­sta­tio­nen mit Jah­res­zah­len anstel­le von monats­ge­nau­en Anga­ben ver­sieht. Man betrach­te fol­gen­den Fall : Eine Stel­le endet in 01’2013, es schliesst sich eine 21 Mona­te andau­ern­de Arbeits­lo­sik­geit an, und erst in 10’2014 tritt der Kan­di­dat die nächs­te Stel­le an. Lässt er in sei­ner Bewer­bung nun die ers­te Stel­le in “2013” enden und die zwei­te in “2014” begin­nen, so hät­te das tat­säch­lich ohne Arbeits­lo­sig­keit zum Jah­res­wech­sel pas­sie­ren kön­nen. Sol­che Tricks sind jedem Stel­len­aus­schrei­ber bekannt und kom­men spä­tes­tens im Bewer­bungs­ge­spräch oder bei Sich­tung der Arbeits­zeug­nis­se her­aus. Sie wer­den immer als Unehr­lich­keit aus­ge­legt, daher soll­te man unbe­dingt dar­auf ver­zich­ten.
Sol­che Feh­ler wer­den ent­we­der als man­geln­de Recht­schreib­si­cher­heit oder als in Kauf genom­me­ne Nach­läs­sig­keit aus­ge­legt. Bei­de Inter­pre­ta­tio­nen sind unvor­teil­haft für den Kan­di­da­ten. Jedes brauch­ba­re Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gramm hat eine Recht­schreib­prü­fung, und im Inter­net gibt es güns­ti­ge Dienst­leis­ter, die die­sen Ser­vice anbie­ten. Mei­ne Emp­feh­lung : bei so einem wich­ti­gen The­ma soll­te man auf kor­rek­te Schreib­wei­se ach­ten.
Man­che Bewer­ber ver­su­chen einer Bewer­bung Indi­vi­dua­li­tät zu ver­lei­hen, indem sie leuch­ten­de Far­ben ver­wen­den oder auf­fäl­li­ge, meis­tens lai­en­haf­te Designs pro­du­zie­ren. Eine mir vor­lie­gen­de Bewer­bung hat z. B. ver­sucht, eige­ne Kom­pe­ten­zen durch Clip­arts zu sym­bo­li­sie­ren. Sol­che Ver­su­che gehen meis­tens schief. Das Design wird vom Stel­len­aus­schrei­er als unpro­fes­sio­nell wahr­ge­nom­men oder als Ver­such, mit den fal­schen Mit­teln Auf­merk­sam­keit zu erzeu­gen. Mit Aus­nah­me von krea­ti­ven Beru­fen, wie z. B. Gra­fi­ker oder Desi­gner, für die das Bewer­bungs­dos­sier auch eine Arbeits­pro­be dar­stellt, soll­ten man eine Bewer­bung in Far­be und Design schlicht hal­ten. Als Far­ben tau­gen Schwarz, Blau und Grau, das ist sach­lich und unter­streicht das seriö­se Auf­tre­ten des Bewer­bers.
Man­che Bewer­bun­gen wäh­len ein Mot­to, ein Zitat oder eine Lebens­weis­heit aus und wol­len so mehr Indi­vi­dua­li­tät schaf­fen. Aber Zita­te stel­len Mei­nun­gen dar (und kei­ne Fak­ten, aus denen Bewer­bun­gen gewöhn­lich bestehen soll­ten) und kön­nen daher geteilt wer­den oder nicht. Wenn nicht, und das Risi­ko ist gross, hat die Bewer­bung bereits einen Makel, noch bevor der Leser zu den Kom­pe­ten­zen des Bewer­bers vor­ge­drun­gen ist. Sol­che Sprü­che also unbe­dingt ver­mei­den.
Zwei­spal­ti­ge Bewer­bun­gen, die wie ein Zei­tungs­ar­ti­kel aus­se­hen, eine Über­zahl an Glie­de­rungs­punk­ten, schlecht les­ba­re, klei­ne Schrif­ten, es gibt vie­le Wege, eine Sei­te des Bewer­bungs­dos­siers zu über­la­den und alle sind schlecht. Denn eine Bewer­bung will schnell gele­sen wer­den, der Leser will mög­lichst rasch zu den Kom­pe­ten­zen und Erfah­run­gen des Kan­di­da­ten vor­drin­gen. Daher müs­sen Bewer­bun­gen über­sicht­lich und gut struk­tu­riert sein.
Bewer­bun­gen soll­ten aus Fak­ten bestehen. Die Inter­pre­ta­ti­on die­ser Fak­ten soll­te man immer dem Leser über­las­sen. Wer zum Bei­spiel Lücken und Brü­che im Lebens­lauf mit Erklä­run­gen ver­sieht und so auf das Wohl­wol­len des Lesers hofft, der wird ent­täuscht wer­den. Denn Erklä­run­gen brin­gen den Fokus noch mehr auf das Pro­blem und errei­chen daher das Gegen­teil. Lücken und Brü­che soll­te sach­lich und schlicht mit den rich­ti­gen Begleit­in­for­ma­tio­nen dar­ge­stellt wer­den. Eine Pha­se der Arbeits­lo­sig­keit, die zu Fort­bil­dun­gen genutzt wird, spricht für sich.
Die­se soge­nann­ten Soft-Skills sind zwar sehr wich­tig, aber sie sind bei der Beset­zung einer Posi­ti­on nur zwei­te Prio­ri­tät hin­ter den fach­li­chen Fähig­kei­ten und Kom­pe­ten­zen. Daher soll­te z. B. ein Kurz­pro­fil zunächst immer erst fach­li­che Kom­pe­ten­zen dar­stel­len, die dann im zwei­ten Teil von 2 bis 3 per­sön­li­chen Eigen­schaf­ten ergänzt wer­den dür­fen.
2017-06-14T17:08:36+00:00